Liebstöckel

liegender Liebstöckelzweig

Der kräftige und leicht süßlich-scharfe Geschmack von Liebstöckel verfeinert Suppen, Eintöpfe und Salate. Bereits in der Antike wurde die mehrjährige Staude geschätzt.

hinein hängende Liebstöckezweige

Liebstöckel als Gewürzkraut

Mit seinem leicht scharfen, kräftig-süßlichen Aroma erinnert Liebstöckel an Sellerie und hinterlässt eine leichte Moschus-Note am Gaumen. Sein Geschmack wird vor allem in Österreich, Süddeutschland, Rumänien und Bulgarien in Suppen und Schmorgerichten geschätzt.

In der Antike zählte Liebstöckel zu den beliebtesten Gewürzen für Fisch, Geflügel und Meeresfrüchte. In seiner Landgüterverordnung erließ Karl der Große die Vorgabe, dass diese Pflanze in allen kaiserlichen Gütern angebaut werden musste, wenn es die klimatischen Bedingungen zuließen. Dadurch gewann das Gewürzkraut zusätzliche Bekanntheit und Bedeutung in regionalen Küchen. Mehr über das Aussehen der Pflanze erfahren Sie weiter unten.

Rote Rüben Eintopfliegender Bund Liebstöckel

Die Verwendung

Eine traditionell österreichische Suppe ist ohne Liebstöckel kaum denkbar. Der Geschmack des Krauts harmoniert als Teil von Suppengrün mit deftigen Brühen wie Rindsuppe, Hühnersuppe oder Eintöpfen hervorragend. Auch in Füllungen für Fleisch oder Teigwaren, Kartoffelgerichten wie Gratins oder Salaten kommt das fein-herbe Aroma des Liebstöckels zur Geltung.

Liebstöckel sollte sparsam dosiert werden, da seine Würzkraft leicht unterschätzt wird und auch bei längerem Garen erhalten bleibt. In manchen Regionen finden neben den frischen und getrockneten Blättern auch die pulverisierten Stängel als Gewürz Verwendung.

Tipp!

Liebstöckel besitzt ein äußerst intensives Aroma. Am besten würzt man Gerichte damit vorsichtig und fügt erst nach und nach mehr Liebstöckel hinzu, bis der gewünschte Geschmack erreicht ist.

Pflanze Bild

Liebstöckel Pflanze in der Natur
Ursprungsgebiet von Liebstöckel auf der Weltkarte: Zentralasien

Die Pflanze

Liebstöckel stammt vermutlich aus Zentralasien und ist als Doldenblütler mit Petersilie, Anis und Dill verwandt. Die mehrjährige Staude erreicht bis zu zwei Meter Höhe. Ihre hohlen, gefurchten Stängel tragen gelbe Blüten sowie sattgrüne, zweifach gefiederte Blätter.

Der Name des Liebstöckels hat nichts mit „Liebe“ zu tun. Anders als Majoran oder Thymian wurde zwischenmenschliche Liebe und Treue nicht mit dem Kraut in Verbindung gebracht. Tatsächlich leitet sich die Bezeichnung von der italienischen Region Ligurien ab, in welcher das Kraut schon seit der Antike besonders prächtig gedeiht.

Factbox

Wissenschaftlicher Name
Levisticum officinale
Familie
Doldenblütler (Apiaceae)
Weitere Namen
Maggikraut, Luststock, Badekraut, Stecklaub, Suppenlob
Ursprung
vermutlich Zentralasien