Fenchel

fliegender Fenchelsamen

Ob als Gemüse oder als Gewürz: Fenchel erfreut sich kulinarischer Beliebtheit. Das kräftig-süßliche Aroma seiner Früchte würzt süße und pikante Gerichte aus aller Welt.

Fenchelsamen in einer Schüssel

Fenchel als Gewürz

In seiner Vielseitigkeit ist Fenchel für Feinschmecker kaum zu übertreffen. Die Knolle des Fenchels dient als Gemüse, seine Blattspitzen können wie Dill als Kraut verwendet werden, Fenchelpollen hingegen nutzt man als exklusives Gewürz. Besonders beliebt sind allerdings die Früchte des Fenchels (oftmals als „Fenchelsamen“ bezeichnet), deren kräftig-süßes Aroma an Anis und Lakritz erinnert.

Bereits vor 5.000 Jahren war die Pflanze bekannt, die alten Griechen gaben Fenchel den Namen „Marathon”. Dass sich die Bezeichnung mit dem berühmten Ort nahe Athen deckt, ist kein Zufall. Denn ebendort siegten die Griechen im Jahr 490 v. Chr. über die Perser und benannten den Ruhmesort angeblich nach dem Kraut, das dort üppig wuchs.

aufeinander liegende BrotlaibeBrotstück, das mit Aufstrich bestrichen wird

Die Verwendung

Wie Anis gilt Fenchel als traditionelles Brotgewürz und verfeinert Kuchen und Gebäck. Darüber hinaus verleiht er süßen und pikanten Speisen aus aller Welt eine aromatische Note. Suppen, Saucen, Fisch, Schweinefleisch, Geflügel, Kartoffeln, Zwiebeln, Oliven und Orangen erhalten durch Fenchel einen frischen, etwas herben Geschmack.

Um den Früchten ein intensiveres Aroma zu verleihen, werden diese im Ganzen kurz ohne Öl angeröstet. Fenchelgrün hingegen sollte nicht erhitzt, sondern frisch über Gerichte gestreut werden. Überaus lohnend ist die Kombination mit Anis, Kümmel, Koriander und Knoblauch – mit diesen Gewürzen ergänzt sich das Fenchel-Aroma hervorragend.

Tipp!

Für aromatischen Fencheltee zerstößt man pro Tasse einen Esslöffel Fenchelfrüchte im Mörser. In einem Teesieb lässt man diese für 7 Minuten in heißem Wasser ziehen.

Pflanze Bild

Fenchelpflanze am Feld
Ursprungsgebiet von Fenchel auf der Weltkarte: Sri Lanka

Die Pflanze

Ursprünglich stammt die Fenchelpflanze vermutlich aus Sizilien, dort verleiht sie vielen traditionellen Gerichten ihren typischen Geschmack. Heute befinden sich die größten Anbaugebiete für Fenchel in China, Syrien und der Türkei.

Die Pflanze wächst bis zu zwei Meter hoch und hat gefiederte, leuchtend grüne Blätter, die Dill ähneln. Es gibt mehrere Arten von Fenchel, etwa Bitterfenchel oder Süßfenchel. Als die edelsten Vertreter des Gewürzes gelten Wilder Fenchel und Kammfenchel. Im Mittelalter schrieb Karl der Große vor, dass Fenchel und zahlreiche andere Kräuter in Klostergärten anzubauen sind. Dies trug zweifelsohne dazu bei, dass Fenchel heute in Mitteleuropa so weit verbreitet ist.

Factbox

Wissenschaftlicher Name
Foeniculum vulgare Mill.
Familie
Doldenblütler (Apiaceae)
Weitere Namen
Brotsamen, Gewürzfenchel
Ursprung
Mittelmeerraum