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Maroni: kleine, nahrhafte Herbstboten

Kochen ― Nov 12, 2020

2 Hände halten eine Handvoll frischer Maroni

Die Maroni hält unter dem Namen “Edelkastanie” oder auch “Esskastanie” immer ab dem Spätsommer Einzug in unsere Küche und ist aus Herbst- und Winterrezepten kaum wegzudenken. In Suppen, Kuchen, Salaten oder auch einfach nur warm für sich alleine serviert, läutet die nährstoffreiche und fettarme Nussfrucht Jahr für Jahr den Beginn der kalten Jahreszeit ein.

Herkunft & Saison der Esskastanie

Ursprünglich aus Asien stammend, fand die Maroni ihren Weg in vereinzelte Bergregionen Südeuropas, wo sie schon bald als bedeutendes Nahrungsmittel der ländlichen Bevölkerung galt. Heute kommen unsere Bio-Esskastanien in den Herbstmonaten September bis November meist aus Italien oder Süddeutschland.

Klein aber oho: Maroni sind unterschätzte Nährstofflieferanten

Der leicht süßliche Geschmack lässt es bereits erahnen: Maroni haben einen, im Gegensatz zu anderen Nüssen, hohen Gehalt an Kohlenhydraten und Stärke. Bei einem gleichzeitig geringen Fettanteil sind sie daher besonders leicht und bekömmlich und haben eine vergleichbar geringe Energiedichte. Ihr hoher Anteil an essentiellen Aminosäuren und Kalium macht sie gerade für sportlich Aktive zu einem gern gesehenen kulinarischen Begleiter.

Aminosäuren stärken Immunsystem, Muskulatur und Bindegewebe und Kalium ist für Kohlenhydratstoffwechsel und Eiweißsynthese unentbehrlich. Die enthaltenen B-Vitamine sind zudem praktischerweise hitzestabil – dem Genuss von frischen, heißen Maroni an kalten Winternachmittagen steht also nichts im Wege!

Maroni liegen vereinzelt auf weißem Untergrund

Lagerung und Aufbewahrung

Maroni haben im Vergleich zu ihren nussigen Verwandten einen hohen Wassergehalt. Das macht sie zwar saftiger im Geschmack, jedoch weniger leicht lagerfähig, sie verderben schneller. Darum ist es ratsam Maroni aus der Packung unmittelbar nach dem Öffnen zu verzehren, sowie kühl und trocken zu lagern. Die kühle und trockene Lagerung empfiehlt sich übrigens auch für die noch nicht vorgegarte Variante, also die rohen Maroni: bei Zimmertemperatur sind diese ungefähr eine Woche lang lagerfähig, im Kühlschrank sogar bis zu einem Monat.

Wie erkennt man frische Maroni?

Qualitativ hochwertige, frische Maroni erkennt man übrigens an ihrem Gewicht, sowie an ihrer glatten glänzenden Schale. Dunkle, schrumpelige, in sich zusammengefallene Maroni sind nicht mehr zum Verzehr geeignet und sollten aussortiert werden. Wer sich unsicher ist, kann auch mithilfe einer Schüssel Wasser die Qualität der Maroni überprüfen: Frische Maroni gehen aufgrund ihres Gewichts unter und sinken zu Boden. Maroni, welche zum Beispiel von Würmern heimgesucht wurden, haben ein geringeres Gewicht und schwimmen oben auf.

geröstete Maroni an einem Verkaufsstand

Wissenswertes & Zubereitungstipps

Die kleinen Nussfrüchte sind geschmacklich süß und zurückhaltend, was sich besonders für Suppen, Kuchen, Salate, Pürees und Müslis eignet. Die vielfältigen Zubereitungsarten machen Maroni zu einem jährlich wiederkehrenden Begleiter in der Herbst- und Winterküche.
Mein simples Lieblingsrezept bleibt trotz allem Maroni aus dem Backrohr, wobei diese vorab die sogenannte “Druckprobe” bestehen müssen, bevor sie gebraten werden. Drückt man auf die braune Maronischale und spürt einen Hohlraum zwischen Schale und Frucht, ist die Maroni nicht mehr frisch.

Bevor es auf ins Backrohr geht, sollten Maroni unbedingt in einem Wasserbad eingeweicht und anschließend großzügig mit einem scharfen Messer an der Oberseite eingeschnitten werden. Vergisst man darauf, kann es im heißen Backrohr zum Platzen der Früchte kommen, was nicht nur Lärm macht, sondern auch eine kleine Sauerei im Backrohr hinterlässt.
Nach dem Backvorgang empfiehlt es sich die heißen Maroni in ein feuchtes Geschirrtuch zu wickeln, da sich so die Schale später leichter von der Frucht ablösen lässt. Hat man also das kleine Einmaleins des Maronibratens einmal heraus, steht dem täglichen Verzehr des winterlichen Snacks nichts mehr im Weg.

Meine liebsten Maroni-Gewürze

Die Klassiker Salz und Pfeffer eignen sich übrigens hervorragend zum Würzen von heißen Maroni. Mit Kartoffeln, einem Klecks Schlagobers und Muskatnuss lässt sich eine warme winterliche Suppe zaubern. Wer es lieber süß mag, genießt seine Maroni gemeinsam mit Granatapfelkernen, Haferflocken und Honig im morgendlichen Müsli oder im nussigen Kuchen. Etwas Zimt und (wer das mag) Ingwer  verleihen ein herrliches Aroma. Wie ihr seht sind der kulinarischen Kreativität bei Maroni keine Grenzen gesetzt.

Mariella Schmidmission-nutrition.at