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3 Schritte in Richtung Zero Waste

Tipps und Tricks ― 15. Feb. 2022

Verpackungsfrei einzukaufen ist eine gute Möglichkeit um Lebensmittelabfall zu sparen.

In vielen Küchen hat Nachhaltigkeit schon Einzug gehalten. Das beginnt beim bewussten Einkaufen und geht bis zum letzten Rest, der noch Verwertung in der Küche findet. Das Zero Waste Prinzip beginnt allerdings schon beim Einkaufen, wo neben der Ware selbst die Verpackung eine große Rolle spielt.

Knapp 100 Kilogramm Verpackungsmüll fallen jährlich pro Kopf an. Das mag nicht nach allzu viel klingen, ist aber eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass Verpackungen aus Plastik oder dünnem Karton kaum etwas wiegen. Ein zweiter Ansatzpunkt beim Zero Waste Prinzip ist die Haltbarkeit. Sie ist oft länger als vom Hersteller angegeben, zudem kann man sie durch die richtige Lagerung der Produkte stark beeinflussen.

Mehrweg, statt mehr weg

Viele Produkte sind im Supermarkt entweder einzeln oder in haushaltsüblichen Mengen verpackt. Auch wenn so manche Plastikverpackung inzwischen durch Papier oder biologisch abbaubares Material ersetzt ist, am nachhaltigsten ist immer noch auf die Verpackung gänzlich zu verzichten. Eine Ausnahme sind Obst- und Gemüsesorten, die ungeschützt schnell Schadstellen bekommen und dadurch rasch verderben.

In größeren Städten findet man inzwischen Unverpackt-Läden, in denen die Waren offen angeboten und nach Gewicht verkauft werden. Auch in Supermärkten gibt es inzwischen mehrere Möglichkeiten zum verpackungsfreien Einkaufen. Obst und Gemüse ist häufig lose verfügbar, auch in der Feinkostabteilung kannst du die Bedienung darum bitten, die Ware in deiner eigenen Frischhaltebox verpacken zu lassen. Zunehmend verfügen Supermarkt- und Drogerieketten auch über Unverpackt-Stationen, an denen du etwa Cerealien, Reis bis hin zu Flüssigseife abfüllen kannst.

Kaufe wenn möglich auch bei den immer populärer werdenden Bauernmärkten oder Hofläden ein. Die Köstlichkeiten direkt vom Hersteller sind oft unverpackt oder in Mehrweg-Gläsern abgefüllt. Im Internet findest du Übersichten von Hofläden und Märkten in deiner Umgebung.

Gut ist, was noch schmeckt

Um das auf allen verpackten Lebensmitteln angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum kursieren viele Meinungen. Die verlässlichsten Ratgeber in Sachen Genießbarkeit sind unsere Sinne. Sieht das Produkt noch gut aus, hat sich die Farbe oder die Konsistenz verändert? Sehr wichtig ist auch der Geruch: riecht es säuerlich oder faulig? Eine kleine Kostprobe gibt Aufschluss und verursacht auch keinen Schaden, falls das Produkt tatsächlich nicht mehr essbar ist. Lediglich bei Fleisch und Fisch solltest du das angegebene “Zu verbrauchen bis-Datum” unbedingt einhalten.

Viele Lebensmittel sind auch nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum genießbar.

Mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum garantiert der Hersteller hauptsächlich, dass bis zu diesem Datum Farbe, Geschmack und Nährstoffe erhalten bleiben. Ein Großteil der Lebensmittel sind ungeöffnet einige Tage über das Mindesthaltbarkeitsdatum genießbar, manche sogar Monate oder Jahre. Marmelade etwa verändert vielleicht ihre Farbe, ist aber deshalb keineswegs verdorben. Getreide, Zucker, viele Gewürze oder Essig verderben insgesamt kaum.

Für Lebensmittel und gekochte Speisen, die voraussichtlich nicht mehr lange haltbar sind, gibt es immer häufiger Initiativen. Schau dich einfach einmal um, ob es in deiner Umgebung Foodsharing gibt. Überschüsse werden dabei kostenlos jemandem zur Verfügung gestellt, der rasche Verwendung dafür hat.

Lebensmittel halten länger, wenn man sie richtig im Kühlschrank lagert.

Alles hat seinen Platz

Kühlschrankfach ist nicht gleich Kühlschrankfach. Im Kühlschrank herrschen unterschiedliche Temperaturen – am kältesten ist es im mittleren Bereich direkt über dem Gemüsefach. Dort bewahrst du am Besten Fleisch, Wurst und Fisch auf. Käse und Milchprodukte können im darüber liegenden Fach gelagert werden. Im obersten Fach und in der Kühlschranktür ist es vergleichsweise warm. Dort finden gekochte Speisen, Eier und Saucen ihren Platz.

Viele Obst- und Gemüsesorten fühlen sich übrigens im kühlen Vorratsraum oder Keller deutlich wohler als im Kühlschrank, weil sie kälteempfindlich sind: Südfrüchte wie Ananas, Mangos, Bananen oder Avocados zählen dazu, ebenso Gurken, Zucchini, Paprika und Tomaten. Auch wissenswert: so manche Obstsorte verströmt während der Lagerung ein Reifungsgas und sollte daher separat gelagert werden. Äpfel, Pfirsiche und Pflaumen zählen dazu – liegen diese Sorten beispielsweise neben Brokkoli oder Kohl, verdirbt das Gemüse schneller.

Darauf solltest du achten, auch wenn du gestresst vom Einkaufen kommst und alles möglichst schnell verstauen möchtest. Nimm dir die Zeit, die Produkte nicht in die erste freie Lücke im Kühlschrank zu stellen, sondern bewusst einzuräumen – das verschafft dir auch später einen besseren Überblick.

Wenn du diese Punkte in deinen Alltag integrierst, schaffst du einen großen Schritt in Richtung Zero Waste in der Küche und vermeidest sowohl Verpackungs- als auch Lebensmittelabfälle. Weitere praktische Kniffe, mit denen du übrigens auch bares Geld sparst, findest du im Beitrag “5 Zero Waste Tipps für die Küche”.

Bernadette Wurzinger
Bernadette Wurzingereinladungzumessen.com

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